Clan Mac Heathland
Presse


Mittelalter-Fans:

"Laird and Lairdess zum Sandwell"

METELEN Während draußen die Blätter von den Bäumen rieseln, knistert im Ofen von Markus Alfert und Sabine Winter das brennende Holz und verströmt behagliche Wärme im Wohnzimmer. Aus dem Fernseher ertönen fremd anmutende Klänge - wie aus einer fernen Zeit. Und in der schwelgen die Metelener als echte Mittelalter-Fans nur allzu gerne.Von Kathrin Herbers


Markus Alfert und Sabine Winter mit ihren Töchtern Lyn und Yves haben sich stilecht wie mittelalterliche Schotten eingekleidet. (Foto: privat)

Vor einigen Jahren haben sie das 14. und 15. Jahrhundert in Schottland für sich entdeckt - und verbringen seitdem ihre Wochenenden am liebsten auf Mittelaltermärkten in der Umgebung. Auch einen eigenen Namen, der an die Metelener Geschichte anknüpft, haben sich die zwei gegeben. "Viele unserer Bekannten tragen einen schottischen Titel", erzählt Markus Alfert. Wie das geht?

"Einfach 30 Quadratzoll Land bei eBay von Schäfern ersteigern - mit Wappen und Urkunde. Aber das wollten wir nicht. Schließlich gibt es um uns herum ja genügend Historie", sagt der Postbote. Und so nannten sich die beiden Markus und Sabine Mc Heathland (zu deutsch vom Heideland), mit dem Beinamen Laird and Lairdess zum Sandwell (die schottische Fassung von Lord und Lady nach dem alten Gogericht Sandwell).

Metelener sind Teil des Mittelalter-Spektakels

Doch das ist noch nicht alles. Denn wenn die Krieger ihre Schwerte kreisen lassen, Gaukler ihre Scherze treiben und Musiker auf den Mittelaltermärkten aufspielen, wohnen die Metelener dem Treiben nicht wie gewöhnliche Besucher bei. Sie sind Teil des Spektakels - in passender Gewandung der Highlander, der Bewohner der schottischen Hochlands.

Die haben sich die Metelener eigens in einem Spezialgeschäft anfertigen lassen. Der 36-Jährige trägt ein Belted Plaid - die Vorform des schottischen Kilts, während seine Freundin ein Kleid mit Schürze trägt. "Den Stoff in dieser Art trägt nur unsere Familie. Die Farben entsprechen denen des 14. und 15. Jahrhunderts", erzählt Sabine Winter, die als Friseurin arbeitet, nicht ohne Stolz.

Eintauchen in eine friedliche, ruhige Welt

Auch ihre Töchter Yves (10) und Lyn (8) sind mit passenden Röcken und Blusen ausstaffiert. "Sie sind Feuer und Flamme für die Welt des Mittelalters." "Man taucht einfach in eine friedliche, ruhige Welt ein", schwärmt Markus Alfert von den Wochenenden. "Das ist ein echtes Abenteuer. Wir lassen die Hektik des Alltags hinter uns, verbringen die Abende mit Freunden bei Musik am Lagerfeuer und kommen ruhig wieder nach Hause", erzählt seine Freundin.

Jetzt braucht die Familie nur noch ihr eigenes Wappen. Sabine Winter hält eine selbst angefertigte Zeichnung hoch, die außer dem Galgen auf dem Hügel, wie es das Siegel des früheren Gogerichts Sandwell aufweist, noch persönliche Insignien wie Posthorn, Frieseurschere und Heidestrauch aufweist. Und auch die schottische Distel darf da nicht fehlen.

  • ÜBRIGENS: Der nächste Mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Münsterland ist vom 27. bis 29. November in Telgte. Vielleicht treffen Sie da ja auch auf Laird and Lairdess zum Sandwell.

Quelle: Münstersche Zeitung vom 12.11.2009


Lebensart: Hochzeit im Stil des

schottischen Mittelalters

METELEN Sabine Winter und Markus Alfert haben ein ausgeprägtes Faible für die schottische Lebensweise im Mittelalter. Das zeigte sich auch bei der Trauung der 40-Jährigen und des 36-Jährigen am Samstag im Stift. Zum Beispiel an der Kleidung der Festgesellschaft. Von Dorothee Zimmer


Ehepaar Sabine und Markus Alfert mit Töchtern Yves und Lyn Winter. (Foto: Dorothee Zimmer)

Nicht nur sie selbst, auch die beiden Töchter Lyn und Yves Winter sowie zahlreiche Gäste wählten dafür festliche Kleidung, die eben jener Zeit entsprach. "Es war immer ein großer Wunsch von uns, so zu heiraten", erzählt das Ehepaar.

Frau Winter und Herr Alfert werden die "MacHeathlands"

Wenn die Familienmitglieder hinabtauchen in vergangene Zeiten sind sie die Mac Heathlands, "die Kinder vom Heideland", weil das die Gegend ist, in der sie in der Bauernschaft Naendorf 113 wohnen. Und weil sie auch Grundbesitz haben und das Gogericht in ihrer Nähe liegt, führen sie den Titel wie den der "Laird und Lairdess zum Sandwell" - wie im Schottischen Lord und Lady heißen.

Die Eheringe, die das Ehepaar vor der Standesbeamtin tauschte, gleichen nicht den üblichen. Es sind "Hearts of Scotland", Herzen von Schottland, die man nicht überall bekommt. Dafür muss man schon auf Mittelaltermärkte gehen.

Warum Mittelalter? "Ruhe statt Reizüberflutung!"

"Die Ruhe und der respektvolle Umgang der Menschen miteinander" nennt die frisch vermählte Sabine Alfert zwei herausragende Eigenschaften, die die Menschen jener Zeit auszeichneten. Von der heute so präsenten Reizüberflutung blieben sie verschont. Wenn das Ehepaar mit Leuten zusammen ist, die ihr Hobby teilen, ziehen sie daraus "Kraft und Selbstbewusstsein".

Aus Bochum ist Freund Eugene Mac Edmond gekommen. Dem stilecht gekleideten Schotten, der im wahren Leben Eugen Hübl heißt, fallen seine langen Haare bis auf die beleibte Brust und sie sind - "natürlich!" - echt.

Hochzeitsmode wie vor 1000 Jahren

Markus Alfert, noch mit herkömmlichem Kurzhaarschnitt, ist entschlossen: "Da will ich auch noch hin." Was die Kleidung betrifft, hat er heute ein dunkles und typisch kariertes Plaid gewählt, den Vorgänger vom Kilt, dem Schottenrock, darunter die unverhüllten Oberschenkel. Und überm Hemd gibt es auch nicht mehr viel Wärmendes - nur die Verlängerung des Plaid liegt locker über der rechten Schulter.

Seine Frau trägt ein Hochzeitskleid im Stil des Mittelalters, das sie für diesen Anlass hat nähen lassen. Zuhause wartet ein üppiges Mahl auf die Gästeschar. Die Gerichte stammen aus einem Ritterkochbuch und es gibt Leckereien wie Erdäpfel, Fladenbrot und Hähnchen. Abends steht der "Ritterschmaus" auf dem Speiseplan: eine Suppe mit Einlage. Dazu wird Gewürzwein gereicht und Mittelaltermusik gehört.

Quelle: Münstersche Zeitung vom 14.12.2009




Willkommen bei MacHeathlands



Mittelalterliche Trauung im Stift: Sabine und Markus Alfert haben vor einigen Wochen standesamtlich geheiratet. In stilechtem Gewand natürlich und begleitet von den Töchtern Yves (l.) und Lyn. Foto: (Niklas Schmitz)

Metelen In ihrem Kleiderschrank hängen Felle, sie nennen sich "Laird und Lairdess" und bitten ihre Hochzeitsgäste vor der Feier in den Kostümverleih: Sabine und Markus Alfert sowie ihre Töchter Yves und Lyn sind dem Mittelalter verfallen. Sie brennen für diese Epoche - und das mit Fell und Haaren. "Das Interesse an dieser Zeit war schon immer da", sagt Sabine Alfert, "denn sie hat auf uns eine gewisse Anziehung ausgeübt." Doch erst vor einem Jahr wurde aus dem Interesse ein richtiges Hobby.

Damals lernten die Metelener auf einem Mittelaltermarkt Eugen Hübl kennen. Er war von Kopf bis Fuß in historischer schottischer Tracht gekleidet. "Das war bei uns der Moment, in dem es klick gemacht hat und wir mitmachen wollten", erinnert sich Markus Alfert. Hübl gab dem Paar die Adresse eines Spezialgeschäftes in Düsseldorf, das mittelalterliche Gewänder verkauft. Kurze Zeit später hingen im Kleiderschrank des Paares schottische Kilts, Leinenhemden und Schafsfelle, im Schrank der Töchter Yves und Lyn mittelalterliche Röcke, Blusen und Schmuck.

Perfekt ausstaffiert verbringen die vier Alferts ihre Wochenende seitdem regelmäßig auf den Mittelaltermärkten der Region. "Es herrscht dort eine ganz besondere Atmosphäre und der Umgang zwischen den Menschen ist viel freundlicher und entspannter, als in unserer hektischen Gegenwart", erzählt Sabine Alfert, "wenn wir dann wieder nach Hause kommen, sind wir auf eine ganz besondere Art entspannt."

Doch zum Hobby Mittelalter gehören nicht nur die richtige Einstellung und die passende Kleidung. Nein, auch der passende Titel muss her. "Man kann sich einen schottischen Namen samt Titel kaufen oder sich einfach selbst einen geben", erklärt Markus Alfert. Im Internet könne man sich für 50 Euro einen Quadratmeter Land in den schottischen Bergen kaufen, bereits einige Tage später kommen per Post Urkunde und Wappen und der Mittelalter-Fan darf sich fortan "Landlord" nennen - ein echter erkaufter Titel. "Das wollten wir aber nicht machen", winkt Markus Alfert ab, "das brauchen wir auch nicht, wir haben ja hier in Metelen ein eigenes Grundstück."

Und so gaben sich Markus und Sabine Alfert selbst einen Titel: "Laird and Lairdesse zum Sandwell", was übersetzt so viel wie "Lord und Lady zum alten Gogericht" heißt. Dazu gab es noch den Nachnamen "Mac Heathland", da sie ja mit einem Haus in der Bauerschaft Naendorf quasi Kinder des Heidelandes seien.

Die Kinder des Heidelands, "Laird and Lairdesse zum Sandwell", haben vor einigen Wochen geheiratet. Natürlich stilecht. Sabine und Markus Alfert trugen mittelalterliche Gewänder und auf der Festtafel standen mittelalterliche Speisen. Zwar trug so mancher Festgast einen modernen Anzug, doch einige hatten sich ebenfalls in Kilt und Fell geschmissen.

VON Niklas Schmitz

Quelle: MV vom 03.01.2010




Schon der Auftakt lockt viele Zuschauer an

Ritterfestspiele in Bad Bentheim bis Sonntag


Vor großem Publikum kämpften die Ritter im Bentheimer Schlosspark. Foto: Albrecht Dennemann Von Albrecht Dennemann

Schon zum Auftakt der zehnten Ritterspiele am Donnerstag erlebte die jährlich wiederkehrende Reise ins Mittelalter im Bentheimer Schlosspark einen Zuschaueransturm. Familien tauchten mit Mittelalter-, Gothic- und Metal-Fans in die Vergangenheit ein.

Bad Bentheim. Heerlager, Handwerker, Falkner, Gaukler, Musiker, Essensstände und vor allem das Ritterturnier zogen die Besucher in ihren Bann.

Zur zehnten Auflage war das Areal unterhalb der Burg dichter „besiedelt“ als in den vergangenen Jahren. „Wir sind jetzt am Limit angelangt – mehr geht auf dem Gelände nicht“, freute sich auch Nikki Pfeifer vom Veranstalter „Excalibur Horse-Shows“. Mehr Heerlager als in den vergangenen Jahren hatten sich eingefunden. Der Nordhorner Mittelalter-Verein und weitere Wikinger, Schotten und andere „wilde Horden“ haben sich im Schlosspark niedergelassen. Ein besonderes Ereignis steht bei den Wikingern von „Heimdalls Brüdern“ am Sonnabend an: Eine Hochzeit – nach Wikinger-Ritus schließen am Sonnabend um 16 Uhr zwei Mitglieder der Gruppe den Bund fürs „Wikinger-Leben“. Offensichtlich gibt es bei „Heimdalls Brüdern“ auch Schwestern.

Der Kampf von Gut gegen Böse ist Inhalt des „Ritter-Turneys“ – so herrlich böse und wunderbar gut, dass es eine Freude ist. Die Bösen in Schwarz und die Guten in helleren Farben, da fällt die Unterscheidung leicht. Erstmals gab es auch eine Königsloge, vor der auch dann gleich zu Beginn der Nachfolger gekrönt wurde. Doch die Regentschaft dauerte nicht lange und der Kampf begann. Am Ende gab es dann auch noch eine Überraschung: Die Guten unterlagen. Ein „Happy End“ gab es aber trotzdem.

Großer Beliebtheit erfreut sich in jedem Jahr auch das besondere Turnier „Die Ritter der finsteren Nacht“. Mit besonderen Reitvorführungen bei Fackelschein und vor allem mit dem Höhenfeuerwerk am Ende des Turniers begeisterten die Darsteller die Zuschauer am Freitagabend. Das vermeintlich „dunkle Mittelalter“ bekommt durch die sparsame Beleuchtung zudem eine besondere Note.

Das mittelalterliche Markttreiben beginnt am Sonnabend und Sonntag um 11 Uhr und endet um 22 Uhr – am Sonntag bereits um 20 Uhr. Ritterturniere sind am Sonnabend um 14 Uhr und um 19 Uhr sowie am Sonntag um 13 Uhr und um 17 Uhr zu erleben.

Quelle: Grafschafter Nachrichten vom 02.05.2014



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